Gemeinsam für mehr Sicherheit für Radfahrer: Landrat Manfred Müller, Diplom-Ingenieur Lars Kinkeldey von der Firma Städtewerbung Schnelle GmbH aus Büren-Wewelsburg, Ordensschwester Gertrud, Soldat Robert Mc Grath und Schülerin Evelyn Semke (von links). Foto: WV

Sie halten den Kopf für mehr Sicherheit hin

Radfahrer aus dem Kreis machen bei Plakataktion der Polizei mit

Kreis Paderborn (WV). „Helle Köpfe tragen Helm!“ ist eine Verkehrssicherheitskampagne der Kreispolizeibehörde Paderborn überschrieben. Diese Botschaft ist mit einer groß angelegten Plakataktion in der Domstadt nicht zu übersehen. 25 Radfahrer aus dem Kreisgebiet haben der Polizei dabei Modell gestanden.

Für Landrat Manfred Müller sei es selbstverständlich. auch die neue Aktion zu unterstützen: »Die Vielzahl der verletzten Radfahrer zeig. wie wichtig der passive Schutz ist Als Radfahrer habe Ich – anders als Autofahrer – nicht zu viele Möglichkeiten. mich zu schützen. Daher sollte der Helm für jeden Radfahrer obligatorisch sein.«

Zum Auftakt der Plakataktion hat die Polizei drei Zweiradfahrer eingeladen. Ordensschwester Gertrud und Evelyn Semke aus Paderborn sowie Robert Mc Grath aus Bielefeld sind in diesem Jahr mit dem Fahrrad im Kreis Paderborn verunglückt und unterstützen die Aktion der Polizei ausdrücklich. Die Unfallopfer bestätigen, dass ohne Helm ihr Fahrradunfall mit Sicherheit sehr viel tragischer, möglicherweise sogar tödlich geendet hätte.

Ordensschwester Gertrud (74) vom Orden der Franziskusschwestern der Familienpflege aus Paderborn (Mutterhaus Essen) war Anfang Juni wie fast jeden Tag mit ihrem Fahrrad in der Paderborner Innenstadt unterwegs. als sich von hinten ein Rettungswagen mit eingeschaltetem Martinshorn näherie. Um dem Rettungsdienst Platz zu machen. stieg die Ordensschwester vom Rad und schob es an die Seite. Nachdem der Krankenwagen die Seniorin passiert hatte, verlor sie beim Wiederaufsteigen die Kontrolle und stürzte samt Drahtesel auf die Straße. Dabei zog sie sich schwerwiegende Armverletzungen zu, die einen mehrwöchigen stationären Aufenthalt und mehrere Operationen notwendig machten. Die Unfallchirurgen erklärten ihr, dass sie bei dem Sturz nicht nur auf den Arm, sondern auch direkt mit dem Kopf auf den Asphalt gefallen war und nur dank des Helmes keine schwerwiegenden Kopfverletzungen davon getragen hätte.

Die 16-jährige Evelyn Semke ist sich ebenfalls sicher, dass ihr der Fahrradhelm möglicherweise das Leben gerettet bat. Die Schülerin war Ende März auf dem Weg zu ihrer Schule auf der Driburger Straße stadteinwärts geradelt. Ein Autofahrer übersah das Mädchen und nahm ihm den Vorrang. Um nicht mit dem Wagen zusammenzustoßen, bremste die Jugendliche so stark ab, dass sie über den Lenker auf die Straße fiel und dabei mit dem Gesicht aufschlug. Mit vergleichsweise leichten Verletzungen wurde sie für eine Woche zur stationären Behandlung In ein Paderborner Krankenhaus gebracht. Genau wie Schwester Gertrud meint auch Evelyn: »Ohne Helm hätte ich massive Kopfverletzungen davon getragen. Wahrscheinlich hat mir der Helm das Leben gerettet.«

Seit einigen Tagen hängen in der ganzen Innenstadt und in vielen öffentlichen Einrichtungen die Kampagnenplakate. Die abgebildeten Radfahrer sind während der vorangegangenen Aktionen der seit April laufenden Kampagne für die Polizei von Michael Ludolph. Mitglied des Paderborner Fotoclubs »Blende 78«, aufgenommen worden. Zum Ende der Fahrradsaison soll die Plakataktion nochmal alle Radfahrer an das Helmtragen erinnern. Weitere Informationen – auch zu einer speziellen App, die mit der Kampagne in Zusammenhang steht – finden sich auch auf der Internetseite der Polizei.