Stellten die neuen Plakattafeln vor (v.l.): Hans Münstermann (Stadtverwaltung), Firmenchef Werner Schneite und Stefan Gördemann vom Bürgerbüro der Stadt.

Werbung fällt nicht mehr aus dem Rahmen

Willebadessen. Unansehnliche und übermäßige Plakatierungen allerorts, schrille und ungeordnete Reklame an öffentlichen Plätzen: solch ein Wildwuchs schadet dem Ortsbild. Dieser Meinung ist zumindest die Stadt Willebadessen, die seit dem 1. Februar mit einem neuen System gegen das Plakate-Chaos zu Felde zieht. Die „Städtewerbung Schnelle GmbH“ (SWS). hat von der Stadt den Auftrag bekommen, für Ordnung bei der Plakatwerbung zu sorgen.

Die in Büren-Wewelsburg ansässige, 1997 gegründete Firma hat das Reklamerecht für die öffentlichen Flächen der Stadt Willebadessen gepachtet und im gesamten Stadtgebiet 45 stabile Aluminium-Rahmen angebracht. Bislang mussten Werbende jede Platzierung per Antrag durch die Stadt Willebadessen genehmigen lassen. Dies erfolgt nun direkt und gegen Bezahlung bei der Firma Werner Schnelle.

„Die Stadt Willebadessen verspricht sich von dem neuen Konzept mehr Ordnung bei den Plakatierungen“, so Hans Münstermann der Stadtverwaltung: „Wilde Plakate fielen in der Vergangenheit negativ ins Auge. Viele unserer Bürger hat das gestört.“

In einigen Städten kam es schon so weit, dass ein generelles Werbeverbot verhängt wurde, weil die Verantwortlichen dem Werbechaos nicht mehr Herr werden konnten«, erklärt Werner Schnelle. „Mit unserem System gehören solche Probleme der Vergangenheit an“, sagt er.

Werbung, sei es für Vereinsfeiern oder Veranstaltungen anderer Art, darf also zukünftig nur in den dafür vorgesehenen Leichtmetall-Rahmen erfolgen. Bei Zuwiderhandlung wird die Firma Schnelle, und nicht mehr der städtische Bauhof, aktiv und entfernt die nicht gestattete »wilde« Reklame.

Abmahnung für „Werbesünder“

Ebenso wie für die Entfernung der nicht erlaubten Plakate und deren Entsorgung ist SWS nun auch für die Abmahnung der. „Werbesünder“ zuständig. „Das erste Mal schicken wir noch eine Ermahnung“, erläuterte der Firmenchef, „beim zweiten Mal gehen wir dann davon aus, dass vorsätzlich gehandelt wird.“ Der Verursacher muss dann für die Kilometerkosten und die Arbeitsstunden von Schnelles Mitarbeitern tief in die Tasche greifen.

Wilde Plakatierungen sollen somit also bald der Vergangenheit angehören. Ausgenommen von dieser Regelung sind allerdings Aushänge in Geschäften sowie Wahlplakate.

Die Rahmen sind an den die Hauptverkehrsstraßen säumenden Laternen fest montiert und in sicherer Höhe angebracht, so dass möglichem Vandalismus von vornherein Einhalt geboten wird. Anders als früher, sind Plakate nun nicht mehr Wind und Wetter ausgesetzt, sondern befinden sich gut geschützt hinter einer stabilen Plexiglasscheibe. Dementsprechend halten sie länger. Bei Bedarf können die Aushänge mit wenigen leichten Handgriffen ausgetauscht werden.

Die Rahmen lassen die Werbung so nicht nur optisch ansprechender wirken, sondern ersparen auch mühsame Handarbeit, die früher beim Anbringen der herkömmlichen Plakate auf Spanplatten von Nöten war. „Insgesamt eine saubere Sache“, sind sich alle Beteiligten einig.