Werner Schnelle zeigt zusammen mit Frauke Wallmann vom Bürgermeisterbüro, wie künftig die Werbetafeln aussehen werden.

Einfach, sauber, günstig

Stadt beschreitet neuen Weg bei der Plakatierung

Lengerich. Ein weiteres Stuck sauberes Lengerich ist auf den Weg gebracht worden. Wildes Plakatieren soll end­ gültig der Vergangenheit an­ gehören. Die Stadtverwaltung hat mit Jahresbeginn die Fir­ma „Städtewerbung Schnelle“ (SWS) damit beauftragt, die Plakatwerbung zu koordinieren und durchzuführen. Dazu gehört auf der einen Seite das Anbringen von Aluminium­ rahmen sowie deren Bestü­ckung mit Plakaten und auf der anderen Seite die Entfer­nung wilder Plakatierung.“Für uns eine optimale Lö­sung“, glaubt Ludger Dierkes,“Leiter des Fachbereiches Si­cherheit und Ordnung in der Stadtverwaltung.“

Ein Ärgernis sind sie immer gewesen, die wild herumhängenden Werbeplakate, die auf bunten und grellen Tafeln wahllos an Laternen und Zäunen angebracht wurden . „Dafür bedarf es einer Erlaubnis“, stellt Dierkes fest. Wer die nicht bei der Stadt eingeholt bat, darf sein Werbeplakat nicht an öffentlichen Stellen anbringen. Dazu gehören auch Zäune von Privatgärten, wenn sie beispielsweise an einen Kreuzungsbereich grenzen.

„Wenn wir den Urheber kennen, fordern wir ihn auf, die Plakate zu entfernen. Wenn nicht, machen wir es“, erläutert der Ordnungsamtsleiter. Ganz schnell würde gehandelt, wenn Plakatierungen an Kreisverkehren festgestellt würden und wenn Werbung mit erotischem Inhalt gesichtet würde: “ Das ist nach spätestens zwei Tagen weg“.

Für die Entfernung wird künftig die Firma SWS zuständig sein. „Wir handeln aber nur auf Anweisung der Ordnungsbehörde. Wenn die uns informiert, schreiten wir zur Tat“, erklärt Firmeninhaber Werner Schnelle. Damit wildes Plakatieren überflüssig wird, stellt SWS seine Dienste zur Verfügung. So werden in Lengerich jetzt an 30 Standorten Plakattafeln aus Aluminium im Format DIN A 1 angebracht. „Die haben wir mit der Firma zusammen ausgesucht“, berichtet Frauke Wallmann aus dem Bürgermeisterbüro. Wetterfest und optisch ansprechend worden die Plakate dann eingelegt. Jeweils beidseitig und in einer Höhe von 2,20 Meter an den Laternenpfählen.

Veranstalter und Vereine müssen sich künftig in allen Fragen und Wünschen der öffentlichen Plakatwerbung mit der Firma Schnelle in Verbindung setzen. Natürlich kostet das etwas. „Aber die Koston halten sich in einem bezahlbaren Rahmen“, versichert Frauke Wallmann. Zugunsten der Vereine verzichtet die Stadt sogar auf ihren Anteil. Sie erhält immerhin 20 Prozent der Einnahmen, die die Firma SWS aus den Plakatierungen in Langerich erzielt. Um diesen Anteil sinkt der Werbepreis für die gemeinnützigen Vereinigungen. Worner Schnelle rechnet vor: „Das sind beispielsweise bei 20 Plakaten 58,80 Euro netto“. 20 Plakate sind die Mindestanzahl, 14 Tage die Mindestdauer der Aushängezeit. 1m kommerziellen Bereich liegen die Preise deutlich höher.

Für die Stadt ist es eine saubere Lösung. für die sie zusätzlich noch ein wenig Einnahmen erzielt. Ganz vermeiden wird sie andere Plakatierungen allerdings nicht. .,Zirkusunternehmern oder auch das Rote Kreuz werden weiter die bisherige Werbemöglichkeit mit eigenen Plakattafeln nutzen können wegen der oftmals kurzfristig angesetzten Gastspiele oder Aktionen“, sagt Ludger Dierkes. Da sei allerdings nie ein Problem gewesen, denn diese Unternehmen und Vereine würden ordnungsgemäß die Plakatierung anmelden und auch wieder entfernen, so Dierkes. Hinsichtlich der Sauberkeit ist es diesbezüglich um Lengerich gut bestellt. Vielleicht schon eine Folge des Vorlaufes durch eine andere Firma, deren Plakatierung allerdings erheblich teurer war. Bei einer Fahrt gestern durch das Stadtgebiet war nicht eine einzige illegale Plakatierung zu entdecken. „Diesen Zustand möchten wir auch künftig erhalten wissen‘, hofft Ludger Dierkes.

Die Testversion mit der Firma Schnelle läuft zunächst einmal über ein Jahr. Die Rahmen werden in diesen Tagen angebracht . Erster Werbepartner ist dann die Osnabrücker Hochzeitsmesse. Sollte es Leerstände geben, so ist die Stadt gewappnet. Die Werbegemeinschaft und die Bürgerstiftung Gempt haben je 30 Plakate erstellen lassen, die im Bedarfsfalle eingehängt werden können. Einen Service leistet die Stadt in dieser Sache: Sie nimmt die Plakate an, die dann von der Firma SWS abgeholt und eingehängt werden.